Ministerfahrer - Heiri Süess Allenwinden

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Ministerfahrer

Faschall > Sprüche/Besonderes
Und hier noch ein Spruch von unserem Zeremonienmeister Rémy Frick.
De Hörchler isch hochaktuell
Das macht en au eso schpeziell

S Minischters Wagebuubsuäch isch noni lang här
Sich a dä Tag z erinnerä isch nid schwär

Am Morgä n isch alles beschtens gloffä
Diä bsuächtä Wagebuuär hend Würschtli g’ässä und Kaffi Träsch gsoffä

Am Mittag isch mer guät go ässä
Isch mit em Minischter zämägsässä

Erschte Bsuächstermin am Namittag
Da sind all debii, das isch gar kei Frag:

Isch de Kaffiwägä ufem Inkäbärg obä
Drum hett de Verpflegigswägä au deet anä verschobä

Au s Minischterswagä isch dihinnä
De Minischter und siini Frau sind au d’innä

De Bsuäch isch erfolgt, mer isch guät verloffä
De Hofhund isch mit ere Wurscht verschloffä

De Verpflegigswagä fahrt brav de schneefriii Wäg zrugg
Doch de Chauffeur vom Minischterwagä laht nid lugg

Är wott de Fäldwäg gäg d Hauptschtrass derab näh
Das tuät em Chauffeur gar kei Chopfweh gäh

Voll Garacho dur de Schnee durab, da kännt är nüüt
D obä schüttlet allesamt de Chopf all Lüüt

De Schnee liit höch
Das gaht allne zimli nöch

Solang d Schwärchraft wirkt gahts guät
De Wagä trotz em höchä Schnee Fahrt uufnäh tuät

Doch s wird flacher, de Riibigsverluscht nimmt dramatisch zuä
Fürderhand hend im Auto no alli d Ruäh

Aber jetz isch fertig, und isch zmitzt im Fäld stahblibbä
Das Auto isch au gar nid Vierradaatribä

Es gaht gar nüüt meh: s Minischterauto isch im Schnee versoffä
Da isch weder vorwärts no hinderdsi öppis gloffä

En Traktor isch zur Schtell, mer hett diä Sach xeh choo
Drum isch d Evakuation sehr schnäll a d Hand gnoo

De Wagä wird hinderdsi zum Hof ufezogä
De Traktor isch zimli schtarch, mer isch schiär gflogä

Muät hett är scho ghaa de Chauffeur vo de Minischterlimousine
Är macht uf em Hof scho chli e deprimiärti Miene

Jonas Ite – de Schnee isch nid immer Fründ
Miär das da ganz klar sägä tünd

Merke: Liegt der Schnee bis zum Füdli oder langen Haaren
Sollscht Du nicht mit dem Minischterauto ins offene Feld fahren !

Das hätte leicht ins Auge gehen können.
Wie gefährlich unsere Ministerinnen und Minister in Ihrem täglichen Einsatz für das Faschallvolk leben, erfuhren wir am Wagenbaubesuchstag in diesem Jahr. An eben diesem Tag hing das Leben unseres Minister an einem seidenen Faden. Dank den ausserordentlichen Fahrkünsten seines Drivers, wir nennen ihn hier der Einfachheit und der Sicherheits halber «J.I.», passierte aber unserem Faschallminister Fredy I. ausser nassen Füssen und kalten Händen und einem gehörigen Schreck - nichts.
Wie konnte es aber zu einer solchen, ja man kann schon sagen - Katastrophe kommen?
Wir waren etwas spät dran bei unseren Besuchen am Nachmittag und darum war es nicht verwunderlich, das Fahrer «J.I.» jede Sekunde ausnutzte die verlorene Zeit wieder einzuholen. Bekanntlich lag an jenem Samstag, eine Woche vor unserem Fasnachtsumzug, ordentlich Schnee. Der grösste Teil der Wagenkolonne war schon bei den Kafiwagenbauer weggefahren als auch das Ministerfahrzeug losfuhr. Ich als Hoffotograf durfte im Präsidentenfahrzeug, wollte zuerst Führerfahrzeug schreiben, tönt aber blöd, mitfahren. Wir fuhren also unser gewohnt sicheres Tempo, Grund: wir schleppten den schweren Verpflegungsanhänger hinter uns her, Richtung Unterinkenberg. Da kam uns von rechts ein Auto - das Ministerfahrzeug - den steilen mit mindesten einen halben Meter Schnee bedeckten Hang entgegen. Wir hatten riesiges Glück, die Schneemasse am Hang hielt dann abrupt das Ministerialfahrzeug wenige Meter von uns entfernt auf. Wie leicht hätte Fredy I. seine Mitfahrer und wir verunglücken können. Wie schnell ist ein Schneebrett an so einem Hang losgetreten. Mich schaudert es jetzt noch, wenn ich daran denke. 
Das Fahrzeug mit dem Minister musste mit einem Traktor, den wir für solche Fälle immer mit dabei haben aus der misslichen Lage befreit werden. Ausser einer abgerissenen Verkleidung am Auto und nassen Ministerfüssen kamen wir alle mit dem Schrecken davon. Ganz besonders aber danken wir dem Ministerfahrzeugfahrer «J.I.» für seinen heldenhaften Einsatz im Dienste seines Oberhauptes.
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