Die Lorze - Heiri Süess Allenwinden

Name
Direkt zum Seiteninhalt

Die Lorze

Unterwegs
Der Weg der Lorze
An der Lorze entlang bis zur Reuss
Die Lorze – Hauptfluss des Kt. Zug

Auf dieser Seite möchte ich dir die Lorze von der „Quelle“ bis zur Einmündung in die Reuss, vor allem mit Fotos, etwas näher bringen. Einen Teil der schriftliche Aufzeichnungen entnahm ich dem historischen Lexikon der Schweiz, Autor: Renato Morosoli und aus Wikipedia. Da ich den grössten Teil meiner Jugend, vor allem die Freizeit, an und in der Lorze, am Lorzendamm verbrachte, kann ich auch aus eigenen Erinnerungen berichten. In den letzten Jahren, seit meiner Pensionierung, bin ich wieder vermehrt im Lorzentobel unterwegs. Einmal in der Woche bin ich mit meinen Töchtern zu Fuss unterwegs von der Burgmatt in Baar durch das Lorzentobel zum Schmittli, hinauf zur Brunegg und dort zurück nach Allenwinden. Laufzeit 1 Std. 50 Min.
Die Lorze ist der Hauptfluss des Kt. Zug, der aus dem Ägerisee ca. 16 km weit durch das Lorzentobel und durch die Baarer Ebene in den Zugersee fliesst, diesen bei Cham verlässt und nach ca. 11 km bei Merenschwand Hagnau am Reussspitz in die Reuss mündet. Die Lorze ist ein kurzes Stück, ca. 3 km bei Maschwanden, auch Grenzfluss zum Kt. Zürich. Einzig 3 von den 11 Zuger Gemeinden, nämlich Walchwil, Oberägeri und Risch werden nicht von der Lorze durchflossen. Wenn ich weiter oben von Quelle berichte, gibt es die natürlich nicht. Die Lorze ist schon bei der Geburt ein fertiger Fluss und fliesst in Unterägeri aus dem Ägerisee. Hier beginnt die 16 km lange Reise der Lorze. Im Lorzentobel erlebt man sie fast als Wildbach. Sie fliesst durch das enge Tobel über viele künstliche Schwellen und schlängelt sich um gewaltige Steinbrocken hinunter in die Baarerebene. Von ihrem Entstehungsort in Unterägeri bis hinunter zur Höllgrotten überwindet sie auf einer Strecke von ca. 6 km über 200 Höhenmeter. Ab der Höllgrotte bis zum Zugersee wird ihr Lauf dann ruhiger. Auf diesen 7 km muss sie nur noch knapp 100 Höhenmeter überwinden. Seit dem Autobahnbau  der A4a ist ihr Weg von Baar bis zum Zugersee nicht mehr der Gleiche. Ab dem Jöchler grub man ihr ein neues Flussbett. Die Lorze mündet seither ca. 1 km näher bei der Stadt Zug in den Zugersee. Dadurch wird auch der See etwas besser durchflossen. Da man den Aushub der neuen Lorze nicht für den Strassenbau gebrauchen konnte, baute man aus dem Material eine kleine Insel im Zugersee, die bis heute als Vogelschutzreservat dient. Dieser Umbau, der 1976 fertiggestellt wurde, kostete 30 Millionen Franken. Was aus dem alten Lorzenbett geworden ist, darüber möchte ich später berichten. Noch einmal, in diesem Jahrhundert, wurde in den Lauf der Lorze eingegriffen. (Siehe unten: Lorze zurück im alten Bett) Das kurze 600 m lange Stück vis a vis dem Lorzendamm wurde 2012 für stolze 4.8 Millionen Franken renaturiert. Aus dem geraden Lauf wurde eine schlängelnde wunderschöne Flusslandschaft. Leider verschwand aber durch diesen Eingriff unser so geliebter „Buebegunte“ hinter dem letzten Höllhaus. Tage- ja wochenlang im Sommer verbrachten wir dort unsere Freizeit. Wir Höllerkinder lernten dort auch schwimmen.
Die alte Lorze vom Jöchler bis zum Zugersee wurde 2009 mit einer Wasserüberleitung von der Neuen Lorze neu belebt.
Ab Cham, dem Abfluss der Lorze bis zur Reuss, bin ich selber gespannt, wie es dort aussieht. Davon im Laufe des Jahres mehr , so hoffe ich wenigstens.
Die Lorze wurde schon in röm. Zeit gewerblich genutzt (Mühle bei Hagendorn/Cham). Vom MA an sind an der Lorze viele, z. T. jahrhundertelang bestehende Gewerbebetriebe bezeugt (die Papierfabrik Cham geht z.B. auf die Papiermühle von 1657 zurück). Im 19. Jh. war die Lorze ein Hauptfaktor für die Industrialisierung im Kanton. An ihrem Lauf entstanden vor allem Textilfabriken sowie seit dem späten 19. Jh. Elektrizitätswerke, u.a. im Lorzentobel, dessen Quellen für die Zuger und Zürcher Wasserversorgung erschlossen wurden. Das Tobel bildete bis zum Brückenbau 1906-10 ein Verkehrshindernis zwischen den Berg- und Talgebieten des Kantons. Schon 1591/92 griff Jost Knöpflis Lorzeabtiefung in Cham in die Flusslandschaft ein, die im 19. und 20. Jh. durch Kanalbauten und Verbauungen tiefgreifend umgestaltet wurde. Diese dienten der Energieerzeugung und sollten verheerende Überschwemmungen wie jene von 1861, 1910 und 1934 verhindern. Seit 1995 vermittelt der Industriepfad Lorze die Fluss- und Wirtschaftsgeschichte.

Links zu einigen interessanten Internetseiten findest du unter dem Reiter oben «Link»


Hinweis:
Diese Seite wird laufend ergänzt mit neuen Fotos und Berichten.
Letzte grössere Bearbeitung: 18. November 2017
NEU: Ganz unten findest du ein paar Fotos zum Ausbau der Werkstrasse im Lorzentobel. Fotos ansehen...

Bilderbuch 1: Vom Ägerisee bis zur Spinnerei
<
 
>
Eine kurze Wanderung der Lorze entlang vom See bis zur Spinnerei in Unterägeri.
Zur Erinnerung: Wenn du den mittleren Knopf drückst, werden die Fotos stark vergrössert.
Bildebuch 2: Von der Spinnerei U.-Ägeri bis zum Schmittli Neuägeri
<
 
>
Bilderbuch 2 Unterägeri-Schmittli
Von Unterägeri bis zum Schmittli.
Wenn wir den Weg nach der Spinnerei in Unterägeri weiter verfolgen, können wir fast nicht mehr von einem Fluss sprechen, sie ist nur noch ein kleines Bächlein. Sie fliesst zwar bis Neuägeri in einer schmalen Schlucht, eingerahmt von der Kantonsstrasse Ägeri-Zug und links von einem dichten Wald.
Nach etwa 500 m kommt wieder etwas Leben in die Lorze, der Rämsel bringt recht viel Wasser vom Zugerberg. Aber kaum vereint, entnimmt man der Lorze beim Rest. Rössli schon wieder sehr viel Wasser fürs nächste Kraftwerk in Neuägeri. Früher nutzte man diese gewonnene Kraft für die Spinnerei in Neuägeri. Heute wird sie von der Wasserwerke Zug genutzt.
Die Lorze fliesst nach der Spinnerei unter der Hauptstrasse hindurch und macht einen grossen Bogen, um dann bei der Kreuzung im Schmittli wieder die Strassenseite zu wechseln. Bei dieser Kreuzung (Abzweigung nach Allenwinden oder über den Cholrain) wird die Lorze wieder gestaut und auch dort wird ihr sehr viel Wasser entnommen. Dieses Wasser wird in einer Druckleitung weit hinunter ins Lorzentobel zur Zentrale 2 geführt.
Dort wo die Lorze das erste Mal unter der Strasse durchgeführt wird steht ein alter Grenzstein. Hier kommen die Gemeinden Unterägeri, Menzingen und Baar zusammen.
Erläuterungen zu Bilderbuch 1 (oben)

Der kurze Weg der Lorze durch Unterägeri
Beginnen wir also die Wanderung der Lorze entlang. Am westlichen Ende des Ägerisees beginnt die Lorze – ganz unspektakulär. Man findet dort keine Quelle oder Sumpfgebiet, wie sonst üblich bei der Entstehung von Bächlein oder Flüssen. Der Lorze wird gleich von Beginn weg den Tarif durchgegeben – sie wird kanalisiert. So muss sie sich durch Unterägeri bis ans Ende des Dorfes zwischen Betonmauern hindurchzwängen. Das schöne an dieser Strecke, sie wird fast auf der ganzen Länge von einem Spazierweg begleitet. Etwa 8 Brücken überqueren im Dorf den Fluss. Alle fein säuberlich mit einem Täfelchen beschrieben. Auch fliesst sie unter Häuser durch.
Nach gut einem Kilometer wird sie das erste mal getrennt. Ein ganz kleiner Teil fliesst als Lorze weiter, während der grösste Teil des Wasser in einem Kanal zu Spinnerei, erbaut zwischen 1830/1840 und stillgelegt 1979, am Ende des Dorfes geleitet wird. Dort nutzt man zum ersten Mal die Wasserkraft der Lorze.  

Die Fotos auf der linken Seite zeigen den kurzen Weg der Lorze durch das Dorf Unterägeri. Aufnahmen von Anfangs März 2016
Bilderbuch 4: Spinnerei Baar bis Blickensdorf
<
 
>
Bilderbuch 3: Schmittli - Lorzentobel - bis Spinnerei Baar
<
 
>
Nr. 5: Die alte und die neue Lorze
<
 
>
Die alte und die neue Lorze
Wanderkarte bis Hagendorn
Die Lorze musste ihren angestammten Platz der Autobahn räumen. Nach Blickensdorf in Baar bekam sie einen neuen Weg bis zum Zugersee.
Die Lorze von Cham bis Frauenthal
<
 
>
Zum Reissspitz
<
 
>
Inschriften zur Nutzung und Verbauung der Lorze 1479-1904
Diese bei der Neugestaltung des Seeufers in Unterägeri 2013/14 wiedergefundenen Inschriften aus der Zeit um 1900 erinnern an wichtige Daten in der Geschichte der Lorzennutzung.
Diese Tafel steht steht dort wo die Lorze in Unterägeri ihren Anfang nimmt.

Inschrift
Der „Lorzenbrief“ von 1479 sicherte dem Müller im Müliloch am Ausgang des Ägeritales das Recht zu, bei Bedarf die Lorze zu stauen und deren Wasserkraft zu nutzen. Diese Nutzungsrecht wurde dem Müller in einem Gerichtsurteil von 1640 bestätigt, ebenso 1820 das Recht, die Lorze zu schwellen, also aufzustauen.
1836 nahm die neben der Mühle erstellte Spinnerei Unterägeri den Betrieb auf, 1846 jene weiter flussabwärts in Neuägeri. Im Seevertrag von 1857, kurz vor ihrer Fusion, einigten sich die Spinnereien Unterägeri und Neuägeri mit den See- und Lorzenanstössern über die Vertiefung des Lorzenlaufes und die Absenkung des Seespiegels, was den Fabriken eine bessere Nutzung der Wasserkraft erlaubte. 1885 regelten die Spinnereien Ägeri und die Spinnerei an der Lorze in Baar den Wasserabfluss. 1887 verbauten und erweiterten die Spinnereien die Lorze von der Schwelle im Dorf bei der oberen Brücke bis zur Euschwelli.
Die Verbauung zwischen dem Ausfluss und der Schwelle bei der oberen Brücke 1904 schloss die Korrektion der Lorze vom See bis zur Spinnerei Unterägeri ab. Bei diesem Anlass wurde vermutlich der Stein mit der Chronik ergänzt und ein zweiter Stein mit den Wappen von Unterägeri, der Fabrikantenfamilie Henggeler und der Gemeinde Baar angefertigt.
Renaturierung der Lorze im Lorzendamm
<
 
>
Renaturierung der Lorze
    
Höllertreff am Donnerstag 22. September 2011.
Für einmal waren wir Höller nicht unter uns am Treff im Rest. Neumühle. Hoher Besuch in der Person von Gemeinderat Paul Langenegger gab sich die Ehre. Paul nutze die Gelegenheit und erklärte uns, wie bei der Verlegung und der damit verbundene Renaturierung der Lorze vorgegangen wird.
Die ganze Umgestaltung kostet natürlich viel Geld. Dafür erhalten die Natur und auch wir Menschen ein Stück Land zurück, so wie es einmal war. Mit der Umlegung wird auch einem möglichen Hochwasser entgegengewirkt. Die Lorze bekommt mehr Platz.
Natürlich waren unter uns Höller nicht alle der gleichen Meinung. Es gab, und das ist ja das Spannende, viel Zustimmung aber auch Kritik. Grosse Sorge macht uns auch die Verschmutzung durch uneinsichtige Besucher. Leider muss die Gemeinde solche öffentliche Plätze mit teuren Leuten überwachen lassen.
Das Thema Littering kam auch noch zur Sprache. Paul ist ja der oberste Chef für Fragen der Entsorgung und da dürfen wir ihm ein grosses Kränzchen winden für seinen Einsatz für Ordnung im Kanton. Dass es immer wieder Schweinehunde gibt, die absichtlich ihren Güsel im Wald und auf Wiesen deponieren das ist für uns alle ärgerlich. Hier sind vor allem Eltern gefragt. Sie können und müssen – und nicht die Schule – dafür sorgen, dass ihre Sprösslinge auch ausserhalb des Elternhauses für eine intakte Ordnung sorgen.
Viel helfen würde auch und davon bin ich felsenfest überzeugt, dass auf Flaschen und Alubüchsen ein Pfand verlangt werden müsste. Auch Plastiksäcken sollten nicht gratis abgegeben werden. Eine Studie in Irland ergab folgendes Ergebnis: Als man auf jeden Plastiksack einen Preis von 15 Cents erhob, reduzierte sich der Verbrauch von 370 Säcke pro Person und Jahr auf sagenhafte 15 Stück. Da erübrigt sich jeder weitere Kommentar.
Für den Besuch von Paul möchten wir uns ganz herzlich bedanken.
Sanierung der Werkstrasse ins Lorzentobel zum Kraftwerk
In Cham am Lorzenweg entlang.
Es war der letzte Samstag im April 2016, ein wunderschöner Tag kündigte sich an. Ich entschloss mich, meinen Fotobericht „Weg der Lorze entlang bis zur Reuss“ in Cham fortzusetzen. Mit der ZVB gings bis Zug und dort hatte ich ein Problem mit dem Anschluss nach Cham. Diese Busstrecke benutze ich sehr wenig und so kam es, dass ich die falsche Umsteigestation wählte. Von früher meinte ich, dass ich beim Bundesplatz umsteigen müsste. Falsch – es wäre der Postplatz gewesen. Nach kurzem Überlegen, entschloss ich mich – glücklich wer ein Buspass besitzt -  die S-Bahn nach Cham zu nehmen. Also flugs zum Bahnhof, der nur einen Katzensprung vom Bundesplatz entfernt ist. Schon nach 10 Minuten war ich rassig unterwegs nach Cham.
Ein kurzes Stück Weg und ich war im wunderschönen Villette-Park. Dort entschloss ich mich im Restaurant, an der Morgensonne und mit herrlichem Blick auf den Zugersee und die verschneiten Berge, einen Kaffee zu genehmigen. Mein Pech, das Servicepersonal nahm keinen Notiz von mir. Geschäftig flitzte die Serviertochter hin und her, aber mich beachtete sie nicht. Nach 15 Minuten zog ich dann halt ohne meinen geliebten Kaffee von dannen.
Ich wanderte durch den Viletten-Park zum Hirsgarten, immer wieder den Fotoapparat in Aktion setzend. Es war wirklich Fotowetter und auch die Umgebung dort am See ist sehenswert. Allerlei Viecher schwammen auf dem See und viele Leute genossen teils mit ihren Kindern den Samstagmorgen an der wärmenden Sonne.
Ich zog weiter unter der SBB-Brücke durch folgte ich dem Lauf der Lorze, die kaum aus dem See wiedergeboren, schon wieder gestaut wurde. Arme Lorze, sie hat es nicht leicht auf ihrem Weg. Hier an dieser ersten Wehr kann der Wasserstand des Zugersees geregelt werden. Auch hier tummeln sich viele Wasservögel in der Lorze. Gut beschildert folge ich dem Wanderweg an der Lorze entlang mitten im Städtchen Cham. Schöne Wohnhäuser an ruhiger Lage wechseln hier mit Fabrikgebäuden ab. Es geht unter der stark befahrenen Strasse im Stadtzentrum durch und an lauschigen Gärtchen vorbei. Rechts erblickt man die gewaltigen Gebäude der Papierfabrik Cham. Auch sie nutzt die Kraft der Lorze. Eine Abwasserreinigungsanlage säumt den Weg. Nun bin ich ausserhalb von Wohngebiet, dachte ich, falsch – gewaltige Wohnblöcke sind hier im entstehen oder sind schon fertig erstellt. Auch Cham ist vom Baubum im Kanton Zug nicht verschohnt geblieben.
Bald wir es doch ruhiger, ich bin im Gebiet Hammer an der Lorze. Ich folge noch ein kurzes Stück dem Wanderweg und entschliesse mich dann, auf der Knonauerstrasse zurück ins Zentrum von Cham zu gehen.
Mit dem Achterbus fahre ich via Steinhausen nach Baar um dort weiter mit dem 34er bis zum Talacher zu gelangen, dort wechsle ich noch in den Einer, der mich dann endgültig zurück nach Allenwinden bringt.
Hier lasse ich es mir aber nicht nehmen und geniesse im Rest. Adler, draussen an der wärmenden Mittagssonne, meinen wohlverdienten Kaffee und dazu einen feinen Nussgipfel.
Fusszeile
Zurück zum Seiteninhalt